Neue eBay Gebühren - Schwache Umsetzung einer guten Idee

Neue eBay Gebühren - Schwache Umsetzung einer guten Idee

Pressemitteilung vom 13.02.2008

Die am 11. Februar 2008 von eBay Deutschland bekannt gegebene Änderung der Gebührenberechnung, sollte, wie vom Bundesverband Onlinehandel (BVOH) gefordert, die Käuferzufriedenheit auf der eBay Handelsplattform deutlich verbessern.

Mit dem Detailed Seller Rating (DSR) will eBay Anreize zur Absenkung von Versandkosten setzen und verloren gegangenes Kunden- und Händlervertrauen zurückgewinnen.

Die neue eBay Gebührenstruktur wird diese Zielsetzung nicht erreichen.

Das präsentierte Prämienprogramm sieht einen Händler Bonus beim Erreichen von mehr als

4,6 bzw. 4,8 Punkten vor. Für die meisten der seriösen Powerseller ist die von eBay platzierte Messlatte nicht erreichbar und keine Motivation an der Verbesserung der DSR's zu arbeiten.

Kunden bewerten ihre eBay Verkäufer meist sehr kritisch. Dies gilt insbesondere dann, wenn Versandkosten separat ausgewiesen werden. Die von eBay geforderten Musterwerte sind für die deutsche Handelsplattform schlicht und ergreifend unrealistisch. Frachtfreier Versand ist nur für Versender hochpreisiger oder preisgebundener Artikel eine Alternative. Die deutlich höheren Gebühren werden durch die eBay-Prämien nicht ausreichend kompensiert. Eine Schwachstellenanalyse am DSR-Profil ist durch den fehlenden Bezug zum verkauften Artikel und die Anonymität der Bewertungen nicht möglich.

Genau so wenig wie guter Kundenservice im eBay Prämienprogramm belohnt wird, wird schlechter Kundenservice wirksam bestraft. Die Malus Grenze wurde mit 3,5 DSR Punkten sehr niedrig gesetzt. In den USA wurde die Malus Grenze bei 4,2 DSR Punkten wesentlich höher gelegt.

Ein Gebührenrabatt von 5% pro 0,1 DSR Punkt ab 4,2 würde die Verkäufer stärker motivieren und für mehr Kundenzufriedenheit sorgen. Die analoge Berücksichtigung der DSR im Suchranking wäre eine faire Belohnung guter Verkäufer.

Auf eine Preissenkung der überteuerten Galeriebild-Option hat man in Deutschland ebenfalls vergeblich gewartet. Nur bei eBay England und den Vereinigten Staaten hat man verstanden, dass diese deutliche Verbesserung der Angebotspräsentation auch Teil einer positiveren Käufererfahrung ist.

Das Resümee der neuen eBay Gebühren für Deutschland lautet: Die Erwartungen von Käufern und Verkäufern wurden nicht erfüllt. Die Abwanderung unzufriedener Kunden wird damit nicht aufgehalten.

Der Vorstand des Bundesverbandes Onlinehandel e.V.: Präsident Oliver Kluge, Vizepräsident Johann Haslberger,  Vizepräsident Harald Subke, Vorstandsmitglied Rudolf Braunsdorf. Der Präsident vertritt allein. Vereinsregister beim Amtsgericht Dresden VR 4732. info@bvoh.de